Wie alles begann...


Als Modellbauer und Fan von personenbefördernden Gartenbahnen war ich oft zu Besuch im Huserland, einfach um all den schönen Modellen beim Fahren zuzusehen. Leider hatte ich nicht mal eben 10.000€ auf der hohen Kante um mitfahren zu können. 

Da ich mir für diverse Modellbauprojekte in 2015 einen 3D-Drucker zugelegt hatte, reifte irgendwann die Idee auch mal Loks oder Waggons für 5 Zoll zu drucken. Damit könnte ich vielleicht doch noch mitfahren...

Nach diversen Gesprächen mit vielen Experten im Huserland wollte ich bereits aufgeben da mir jeder sagte das sowas niemals funktionieren kann. Ich habe es dennoch mit frei verfügbaren Dateien für LGB-Modelle versucht und diese einfach vergrössert. 

Das Drucken gestalte sich extrem schwierig weil man durch die Grösse etliche Teile drucken und zusammenkleben muss. Hier sind etliche Kilo PLA draufgegangen bis die ersten brauchbaren Teile entstanden. 
Als alles passte wurden ein paar langsamlaufende Motoren als Direktantrieb eingebaut und das ganze auf die Schienen gestellt. 
Die erste Lok war unglaublich schnell, kam aber mit Sitzwagen keinen Berg rauf. 

Also nochmal alles überdacht und so entstand mittels M12 Gewindestangen, Zahnrädern und ein paar kräftiger Motoren so langsam ein brauchbarer Antrieb. 
Ein Jahr und ein paar amerikanische Dieselloks später waren die allermeisten Kinderkrankheiten beseitigt. Daher wurde es Zeit für eine Lok die gut aussieht und gut fährt. Die erste wirklich ansehnliche Lok war die BR218, gebaut aus einer modifizierten Datei für Videospiele. 
Aber eigentlich wollte ich immer eine V100 haben - leider gab es keine brauchbaren Druckdateien. Also einfach mit Hettler-Plänen an den Rechner gesetzt und nach schlappen 150 Stunden waren die Dateien fertig, Hurra!

Die nächsten Wochen lief der Ultimaker praktisch Tag und Nacht, nach 200 Stunden Druckzeit waren alle Teile fertig gedruckt. 

Nach weiteren 6 Wochen Bastelei stand sie endlich im Huserland fertig zur Abfahrt. 

Besonders erfreulich war die Reaktion der Leute, die mich vorher ausgelacht oder für vollkommen verrückt erklärt hatten. Nun standen sie anerkennend neben dem Modell und wollten auch mal gerne fahren. 
Zum Glück konnten mich die Experten zu Bleiakkus statt der bisher verwendeten LiPo-Akkus überzeugen. 
Nun hatten die Modelle endlich das nötige Gewicht um mehrere Sitzwagen zu ziehen. All diese Projekte hatte und habe ich rein zum Spaß am Modellbau gemacht, irgendwas zu verkaufen kam mir überhaupt nicht in den Sinn.

Dies änderte sich schlagartig als ich im Rahmen eines ebay-Kleinanzeigen Verkaufs die Brüder Robin und Felix Much kennenlernte. Die beiden haben ein prima Gespür dafür was in der 5-Zoll Szene angesagt ist. Hier haben sich ein paar Gleichgesinnte mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten zusammengetan - das Ergebnis davon seht ihr hier....

Die erste Idee war hierbei noch kein Fahrzeug sondern Zubehörteile, die nahezu jeder brauchen kann und auch für jeden Geldbeutel erschwinglich sind.

Das erste Produkt ist dabei der Hemmschuh geworden.
Direkt bedacht wurde dabei, dass dieser auf die gängisten Schienenkopfbreiten der öffentlichen Anlagen passt.
Doch ein Hemmschuh soll ja nicht nur gut aussehen sondern auch funktionieren.
Die Funktion wurde dann im Auflaufversuch mit einem etwa 80kg schweren Bedienwagen getestet.
Das Ergebnis war erstaunlich. Der Wagen wurde auch aus höherer Ablaufgeschwindigkeit sicher zum Stillstand gebracht.
Von diesem Ergebnis beflügelt wurden weitere Artikel umgesetzt, wie etwa die funktionsfähige Zugschlusslaterne oder die Ölfässer.
Dabei steht bei der Umsetzung von Zubehör neben Robustheit oder Funktionsfähigkeit immer auch der Kostenrahmen im Fokus.
Da wir alle drei klein angefangen haben und am Anfang nicht den Geldbeutel hatten um schon Unsummen für Kleinteile auszugeben wollen wir nun auch ,,Mithobbyisten,, den kostengünstigen Einsteig zu ermöglichen.

Mit diesem Gedanken sind wir dann in die Fahrzeugentwicklung eingestiegen. 
Zu Anfang stand hier die Lange Wunschliste der Fahrzeuge die man so umsetzen könnte.
Ein Fahrtag im Huserland kürzte das dann jedoch ab, da wir im Gespäch mit Michael Huser sehr schnell auf den Schienenbus VT98 gebracht wurden.
Ein Fahrzeug das in der gesamten Bundesrepublik zum Einsatz kam und für Millionen Schulkinder zum täglichen Schulweg gehörte.
Eine Umsetzung in einzelnen Teilen wie bei den bisherigen Lokomotiven kam nicht mehr in Frage.
So fanden wir einen Druckpartner der die Karossen im ganzen drucken kann und somit wieder völlig neue Möglichkeiten für uns eröffnet.
Nach dem der Prototypen des Schienenbus im Dezember 2019 im Huserland vorgestellt wurde und viel Beachtung fand, wurde die Karosse der V100 mit weiteren Details verbessert und für den professionellen Druck am Stück verbessert.

Der nächste Schritt sind nun Wagen aus dem Drucker und nebenher auch die stetige technische Verbesserung der Modelle.
Auch machen wir uns weiter Gedanken die Modelle mit Gimmiks auszustatten die die Detailtreue weiter erhöhen oder als ,,lustige Spielerei,, den Spielwert der Modelle erhöhen.

So arbeiten wir weiter daran Modelle für ,,Jedermann,, auf die Gleise zu stellen die Erschwinglich sind und so den Einstieg in dieses schöne Hobby erleichtern.